Sachbericht 2009 / 2010
„Sonnilaprojekt“ - frühkindliche Sprachförderung von Migrantenkindern
Zeitraum 1. Juli 2009 bis 31. Dezember 2010
Maßnahmenart
Integration durch Bildung
Begünstigte des Projektes
Direkt Begünstigte (Drittstaatsangehörige)- Migrantenkinder unter 4 Jahren
Beschreibung des Projektes
- Erhöhung der Chancengleichheit von Migrantenkindern durch die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse
- Vorbereitung und Erleichterung des Kindergarten- bzw. Schuleintrittes. Dazu gehört im Einzelnen:
- Aufbau eines deutschen Grundwortschatzes
- Förderung der Muttersprache als unmittelbaren Bezugsrahmen
- Vermittlung von sozialen und interkulturellen Kompetenzen
- Einbeziehung der Eltern um eine Unterstützung der Kinder auch im Elternhaus zu gewährleisten
- Öffentlichkeitsarbeit um die Bedeutung der frühkindlichen Sprachförderung als Instrument zur Integration bekannt zu machen
Es fanden im von der EU geförderten Projektzeitraum (1. Juli 2009 bis 30. Juni 2010) 23 Kurse an 12 Standorten statt, mit 152 Kindern die sprachlich gefördert wurden und weiterhin werden. Die Kursdauer beträgt jeweils 3 Monate, in der Regel werden aber mehrere aufeinander folgende Kurse besucht.
Im Projekt arbeiten durchschnittlich 6-7 qualifizierte Kräfte und 10 -12 einfache Kräfte.
Monatlich finden Projekttage statt an denen Mütter, Kinder, Betreuerinnen und Dozentinnen teilnehmen. Die Teamsitzungen für alle Kinderbetreuerinnen (qualifizierte und einfache Kräfte) finden monatlich statt. Die Projektkoordinatorin und Mitarbeiterinnen nehmen regelmäßig Teil an diversen Fortbildungen, Arbeitskreisen und Treffen bezüglich der Erweiterung und Qualitätsverbesserung des Konzeptes (Fachbasistreffen, Regsam…).
Vom Februar (März) 2011 bis August 2011 wird ein Mal im Monat eine Fortbildungsreiche für Kinderbetreuerinnen, Erzieherinnen, auch mit externen Referentinnen statt finden.
Des Weiteren sind freiwillige Lesepaten für unsere Gruppen geplant.
Durch vorlesen, Betrachtung der Bilderbücher sowie turnen, tanzen, bewegen, musizieren wird den Kindern die deutsche Sprache auf spielerischer Weise beigebracht. Da es sich allermeist nicht um reine Sprechübungen handelt, sondern wirklich um spielerische Ideen, Gruppenspiele kann man die Förderung der Kinder durchaus offen gestalten.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Eltern, die die deutsche Sprache inzwischen gut beherrschen, zeigen großes Interesse die Kinder zu Hause neben der Muttersprache auch in Deutsch mit einfachen Spielen und Materialien zu fördern. Diese leihen sich die Eltern in der Kinderbetreuung bei den Sprachförderinnen oder bei der Projektleitung in unserer Geschäftstelle aus.
Es fanden Projekttage statt, bei denen unter Anderem den Eltern die Möglichkeiten und die Benutzungsordnung der städtischen Bibliotheken erläutert wurden, die Museen besucht, Weinachtsmärkte erkundet etc.
Evaluierung
Wir haben mittels Fragebögen eine Evaluierung bezüglich des Lernerfolgs der betreuten Kinder durchgeführt. Diese zeigte in hohen Maße die Zufriedenheit der Eltern.
Da einige der Kinder zwischen September und Dezember 2010 das Kindergartenalter erreicht haben, werden wir die Gespräche mit den Kindergartenpersonal bezüglich der Eingliederung der Kinder Ende Februar 2011 führen.
Darüber hinaus fanden Befragungen mit Eltern der Kinder, die bereits im Kindergarten sind, statt. Dabei konnten wir erneut feststellen, dass sich der Erfolg der Kinder, die sprachliche Unterstützung und Förderung genossen haben, im Kindergartenalltag äußerst positiv widerspiegelt.
Eine externe Befragung vom SIM Institut (Statistisches Institut München) wurde zum Anfang des Jahres 2010 im Zusammenhang des Betreuungspersonals (Geschlecht, Alter, Muttersprache, Deutschkenntnisse, Ausbildung etc.) sowie zum Ende des Jahres 2010 eine Befragung der Eltern bezüglich der Kinderbetreuung (Zufridenheit, Erwartungen, Wichtigkeit, Sprachförderung etc.) durhgeführt.
Die Egrebnisse dieser Studie, vor allem die der Elternbefragung liegen uns noch nicht vor.
Fortbildungen der Mitarbeiterinnen
Unsere Mitarbeiterinnen haben die einjährige Fortbildungsmaßnahme "Frühförderung für Chancengleichheit" des Stadtjugendamtes München im Zeitraum von Mai 2009 bis Juli 2010 besucht.
Es fanden aber auch vereinsintern Fortbildungsmaßnahmen zu den Themen der Sprachförderung und Qualitätssicherung in der Kinderbetreuung statt.
Im Mai 2010 haben wir für alle unsere Kinderbetreuerinnen und Sprachförderinnen eine Gesundheitsbelehrung des Gesundheitsamtes München organisiert. Diese Ausgaben wurden vom Verein übernommen.
Am 11. Juni 2010 veranstaltete der Verein eine Fachtagung zum Thema "Mehrsprachigkeit als Herausforderung und Chance" in Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern und dem Schul- und Kultusreferat im Anton-Fingerle-Bildungszentrum München mit über 100 Teilnehmern. Das Sonnilaprojekt wurde ausführlich vorgestellt - weitere Referate mit externen ReferentInnen gingen auf die Notwenigkeit der frühkindlichen Sprachentwicklung ein.
Des Weitern wurde im Juni 2010 ein Erste-Hilfe-Kurs- am Kind in den Räumen des Vereines für alle Kinderbetreuerinnen und Sprachförderinnen sowie für Betreuerinnen anderer Integrationskursträger organisiert und durchgeführt.
Schlussfolgerung
Das Projekt stösst auf großes Intresse, gerade weil der Bereich der frühkindlichen Sprachförderung von Migrantenkindern im Raum München bislang nur bedingt abgedeckt worden ist. Wir sehen großes Interesse von den Eltern und freuen uns über die postiven Rückmeldungen vieler Kindergärten. Denn, der sichere Umgang mit der Sprache ist die Grundvorraussetzung für den weitergehenden Bildungserfolg der Kinder und somit für die Integration in die deutsche Gesellschaft.
